Skip to main content

Die Hochschulkanzler 2014:2015, klip im Kanzlernet

Kanzlernet, das Magazin zur Fachtagung der deutschen Hochschulkanzlerinnen und Hochschulkanzler
Kanzlernet, das Magazin zur Fachtagung der deutschen Hochschulkanzlerinnen und Hochschulkanzler

Das Kanzlermagazin der Hochschulkanzler erscheint jährlich begleitend zu einer Tagung und gibt Einblicke in die Aktivitäten der Hochschulkanzlerinnen und Hochschulkanzler in Deutschland. 

Die Tagung 2015 hatte den thematischen Schwerpunkt „Strategische Kooperationen von Hochschulen“. Passend dazu veröffentlichte klip – gemeinsam mit Alexander Leisner, dem Kanzler der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen – nachfolgenden Beitrag über das Führungskräfte-Programm in der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim.

 

Führungskräfte-Programm in der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim

Die Herausforderungen der dynamischen Hochschulentwicklung in einem immer komplexeren Umfeld stellen große Anforderungen an die wichtigste Ressource einer Hochschule, dem Potenzial Mensch. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Thema Führung, das zunehmend im Fokus der Personalentwicklung an Hochschulen steht. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) hat deshalb zusammen mit der klip GmbH für Unternehmensentwicklung in Göppingen ein Führungskräfte-Programm (FK-Programm) initiiert, in dem Führungskräfte aus dem akademischen und administrativen Bereich gemeinsam trainiert werden. Während der Entwicklungsphase entstand die Idee, das FK-Programm für die Hochschulen in der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim zu öffnen. Die Kanzlerinnen und Kanzler der Hochschulen aus Nürtingen-Geislingen, Reutlingen, Rottenburg und Albstadt-Sigmaringen konnten so gemeinsam ihre Vorstellungen und Erwartungen mit in die Konzeption des FK-Programms einbringen.

Ziel ist es, bei den Teilnehmenden aus Lehre, Forschung und Verwaltung ein neues Führungsverständnis zu entwickeln. Sie erweitern ihre Kompetenz im Hinblick auf ihr Führungsverhalten, Führungsinstrumente und -methoden. Das eigene Führungshandeln wird reflektiert und weiterentwickelt. Im FK-Programm sitzen z.B. die Dekanin und der Studiendekan im gleichen Seminar wie der Personalreferent und die Leiterin der Finanzen. Das schafft auf interner Ebene Verbindungsgänge zwischen den oft eher getrennt agierenden Säulen Verwaltung und Wissenschaft. Zudem kommen die Teilnehmenden aus verschiedenen Hochschulen, was wiederum im Rahmen des gemeinsamen Lernens auch auf externer Ebene Netzwerke zwischen den einzelnen Organisationen in ganz verschiedenen Bereichen knüpft.

Das FK-Programm ist modular aufgebaut. Fünf zweitägige Präsenzseminare behandeln klassische Themen wie z.B. Führungsmodelle und -instrumente, Führung in Veränderungsprozessen, Selbstmanagement. Aber auch persönliche Fragen werden gestellt: Wie schaffe ich für mich und meine Mitarbeitenden Rollenklarheit? Wo liegen meine Stärken, welche Lernfelder möchte ich bearbeiten? Wie bleibe ich gesund und damit leistungsfähig?

Die neu erworbenen Kompetenzen werden direkt am Arbeitsplatz ausprobiert. Dabei erhalten die Führungskräfte Unterstützung: Der Praxistransfer wird mit unterstützenden Maßnahmen wie Coaching, Kollegialer Beratung und Kamingesprächen begleitet. Auch Hospitationen - kurzfristige Aufenthalte in einer anderen Organisation oder Abteilung - sind ein wesentlicher Baustein des Programms, um den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen und Erfahrungen aus anderen Bereichen für das eigene Tun und Handeln nutzbar zu machen.

Bislang gab es in der Hochschullandschaft zwar vereinzelte und mehr oder weniger zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen für Führungskräfte, aber nicht im Sinne eines ganzheitlichen und nachhaltig angelegten Konzeptes – und meist nur für Führungskräfte aus Verwaltung. Das organisationsübergreifende FK-Programm bietet den Führungskräften verschiedener Hochschulen aus Verwaltung, Lehre und Forschung eine gemeinsame, innovative Lernplattform für einen Dialog auf Augenhöhe. Die Vernetzung auf der personellen und auf der organisatorischen Ebene wird verstärkt und wirkt auch nach Abschluss des Programms nach.

Jährliche Netzwerktreffen, ein gemeinsames Seminarangebot der beteiligten Hochschulen und die Fortführung der Kollegialen Beratung unterstützen die nachhaltige Wirkung des FK-Programms. Die Veranstaltungen finden in der Region statt; das hält die Anfahrtswege kurz und schont Zeit- und Energieressourcen.

Das Pilot-Projekt hat durchweg positives Feedback erhalten und das Interesse weiterer Führungskräfte in den beteiligten Hochschulen geweckt. Mittlerweile läuft die dritte Staffel der Qualifizierungsmaßnahme, so dass das Ziel, das Thema Führung in den Hochschulen stärker in den Fokus zu rücken, Schritt für Schritt näher rückt.

Iris Kümmerle, klip

 

Alexander Leisner, Kanzler der HfWU
stellvertretend für
Bernadette Boden, Kanzlerin der Hochschule Albstadt-Sigmaringen
Paula Mattes, Kanzlerin der Hochschule Reutlingen
Gerhard Weik, Kanzler der Hochschule Rottenburg

www.hochschulregion.de

 

Iris Kümmerle ist Geschäftsführerin der klip GmbH und unterstützt seit über 15 Jahren Non-Profit-Organisationen wie Bildungseinrichtungen, politische Organisationen, die Öffentliche Verwaltung und soziale Organisationen bei strategischen Fragestellungen, in der Führungskräfteentwicklung und in der Konzeption und Implementierung von Change-Prozessen. Sie hat gemeinsam mit ihrem Netzwerkpartner Thomas Pfitzer die Konzeption sowie die Umsetzung dieses Führungskräfte-Programms begleitet.

www.klip.de